Facebook macht das Internet kaputt

Viele Startseiten von Facebook, mit Perspektive mit in die Unendlichkeit.
geralt @ pixabay (CC0 Creative Commons)

Wer kann sich noch an CompuServe oder AOL erinnern? Vor 20 Jahren klebten deren CDs regelmäßig auf allen Computerzeitschriften. Mit der Software auf der CD konnte man sich einen Internetzugang verschaffen. Man war „Online“ – allerdings nur in der abgeschlossenen Welt von CompuServe oder AOL. Den gleichen Weg gehen aktuell alle Nutzer von Facebook. Sie befinden sich in einer Art Anti-Internet.

Die subjektiven Algorithmen des sozialen Netzwerks und dessen eigene Regeln erschaffen eine eigene Netzrealität, heißt es in einem kurzen Dokumentarfilm der New York Times (NYT) über die Macht von Facebook. Wegen dieser Macht stehe nichts Geringeres auf dem Spiel als die Zukunft des Internets selbst.

Facebook habe sich verändert, so die Macher des Videos, und sei immer mehr zu einer eigenen geopolitischen Macht geworden. Nutzer hätten keinen Einfluss mehr darauf, was sie sehen und was mit dem passiert, das sie bei Facebook markieren oder teilen. Über die vielen Funktionen im Hintergrund erzeuge Facebook für jeden Nutzer eine eigene Realität.

Nach Auffassung von MarK Zuckerberg dürfe das Netzwerken nicht ein Privileg der Reichen und Mächtigen sein (1’50). Jeder müsse an das Internet angeschlossen werden können. Die Bedingungen sind verlockend: So können Menschen in Nairobi über einen Deal mit dem örtlichen Provider airtel jederzeit kostenfrei das Internet Facebook und wenige anderen Seiten nutzen.

Nicht nur in Kenia, auch in Indonesien zieht Facebook die Nutzer mit kostenfreiem Internetzugang auf seine Seiten. Da sich viele Menschen in Kenia, Indonesien und anderen Schwellenländern kaum leisten können, nutzen sie Facebook als Ersatz für das Internet. Mit Katzenvideos schwämmen auch Gerüchte, Falschmeldungen und politische Propaganda auf die Rechner der Nutzer – ohne Chance, die Informationen zu verifizieren.

Facebook richtet sich nach den Gesetzen der einzelnen Länder. Deshalb greift die Zensur in China, der Zugriff auf Daten durch Geheimdienste zum Beispiel in den USA und relativ freie Regelungen in weiten Teilen Europas. Aber gerade diese Ungleichbehandlung treibt die Fragmentierung voran und macht das eine globale Internet kaputt.

Eine ähnliche Fragmentierung erzeugt Google, allerdings weniger global, sondern sehr lokal. Die Süddeutsche berichtet über die automatische Vervollständigung der Suchanfragen (AutoComplete) und die Personalisierung, die jedem Nutzer vermeintlich passende Suchergebnisse liefert. Selbst bei einer Suche mit PC oder Smartphone unterschieden sich die Treffer und ihre Reihenfolge. Google möchte sich dazu offenbar nicht äußern:

Es scheint gerade so, als wolle man weder, dass der Eindruck entstehe, dass Ergebnisse personalisiert sind – noch, dass sie es nicht sind. Personalisierung ist einerseits das Merkmal, womit der Konzern um Werbekunden wirbt. Andererseits wird sie gerade in Deutschland kritisiert.

Digitale Kommunikation ist nicht nur Facebook. Auch Google muss berücksichtigt werden, sowie viele andere Aspekte auch. Was geht wie und wo am besten? Wie erreichen Sie am besten Ihre Zielgruppe? Das sollten wir persönlich besprechen.