Google News will Verlagen keine Kundendaten geben

Man und Frau sitzen draußen an einem Tisch, mit Zeitung in der Hand und diversen elektronischen Geräten auf dem Tisch.
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„Es gibt so viele Bereiche, wo Menschen für Informationen bereit sind zu zahlen. Aber es ist an den Verlegern, solche Möglichkeiten zu finden.“ Mit dieser Aussage spielt Richard Gingras, Vice President von Google News, den Ball zurück an die Verlage. Google bearbeite eher die größeren Markttrends. Konkrete Hilfe sei deshalb nicht zu erwarten, aber hilfreiche Unterstützung. Wie die aussieht…

…das sagte er am 10. Oktober 2017 im Gespräch mit der Medienjournalistin Vera Linß (Link). So gebe es eine Reihe von Tools, die das Wachstum der Medienhäuser unterstützen solle.  Diese Tools könnten Verleger optional nutzen.

„Wenn wir von Google zum Beispiel die Kreditkarteninformationen haben, weil jemand bei uns etwas eingekauft hat, dann können wir es dem User erleichtern, ein Abo abzuschließen, weil er nicht noch mal seine Kreditkartendaten eingeben muss.“

Wer Verleger kennt, sieht hier bereits die erste große Hürde. Schließlich will Google die persönlichen Daten seiner Nutzer für sich behalten: „Wir glauben fest an die Privatsphäre“, betont Richard Gingras. Das sehen Verlage genauso, sofern sie die Daten ihrer Kunden besitzen. Da wäre es natürlich ganz hilfreich, wenn man den eigenen Datenstamm mit den Kunden der Digitalbos von Google auffrischen könnte.

Paid Content

Diese Form der Bezahlung von redaktionellen Inhalten habe sich inzwischen durchgesetzt, so Gingras. Und User seien auch zunehmend bereit, für Premiuminhalte zu bezahlen. Als Beispiele führt er im Gesprächsverlauf unter anderem Newsletter für schwangere Frauen und Zusatzinfos für Fans von Fantasy-Sportgames auf.

„Verleger, die innovativ sind und Relevantes und Interessantes schaffen für dieses neue Publikum, werden Erfolg haben.“

Google ist auf qualitativ hochwertige Inhalte der Medienhäuser angewiesen und reicht ihnen deshalb beide Hände. So ist jüngst die Regelung „First Click Free“ gekippt worden, nach der wenigstens die erste Ergebnisseite nach einem Klick bei Google frei lesbar sein musste. Jetzt kann ein Suchtreffer auch sofort auf einen kostenpflichtigen Inhalt führen.

Außerdem will Google den Verlegern mehr Flexibilität bei der Darstellung von Leseproben einräumen. Mit „flexible sampling“ liege es in der Macht der Verleger, nur noch gewünschte Leseproben anzuzeigen oder sogar ganz darauf zu verzichten.

Wie kann man mit redaktionellen Inhalten im Internet Geld verdienen? Wie kann Google dabei helfen? Was bringt das Engagement auf anderen digitalen Plattformen? Darauf gibt es keine pauschalen Antworten, aber einen Experten, der sich auskennt.