Zeitung und Rundfunk gemeinsam gegen Facebook & Co

Junger Mann sitzt im Café und grübelt über einer Zeitung
StockSnap @ Pixabay (CC0 Creative Commons)

Das Argument vieler Verleger in Deutschland ist relativ einfach gestrickt: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird mit Gebühren finanziert, veröffentlicht damit aber im Internet etwas Zeitungsähnliches aus Text und Bild. Wenn damit endlich Schluss wäre, dann könnte es den Medienhäusern endlich wieder besser gehen – könnte man meinen. Wirklich?

In den USA ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk aus Fernsehen und Radio längst nicht so stark ausgeprägt wie in Deutschland. Deshalb bietet sich ein Blick über den Atlantik an, um die wirtschaftliche Entwicklung der Verlagshäuser in den USA zu studieren. Das hat Martin Ganslmeier für den WDR getan:

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-toene-texte-bilder-beitraege/audio-usa-paradies-fuer-verlage-100.html

Offensichtlich haben Medienhäuser hier wie dort einfach nur viel zu spät auf die Digitalisierung reagiert. Dann wurden und werden die Inhalte kostenfrei angeboten, um über eine große Reichweite wenigstens mit Werbung im Umfeld etwas Geld zu verdienen. Das wiederum nervt die Nutzer, die ihre Browser mit AdBlockern wappnen.

Die digitalen Medien sorgen aber auch für starke Verluste im klassischen Geschäft mit dem Verkauf gedruckter Zeitungen. So soll für einen US-Dollar, der im digitalen Geschäft verdient wird, gleich 15 US-Dollar im Printgeschäft wegbrechen. Diese Rechnung kann auf Dauer nicht gutgehen.

Die Medienexpertin in dem Beitrag sieht deshalb auch statt des Rundfunks einen ganz anderen Wettbewerber der Verlage: Facebook, Google & Co. würden die Medieninhalte nutzen, um selbst immer stärker zu werden. Deshalb sei der Rundfunk auch vielmehr ein Verbündeter der Verlage als deren vorrangiger Wettbewerber.

In einer digitaliserten Medienwelt führt Kooperation statt Konfrontation zum Erfolg. Wer mit wem wann was wie und wo? Wir sollten miteinander sprechen.