Die Digitalisierung der Sportbranche

Frau in Yoga-Pose auf einer Straße in Barcelona
mcaumel @ pixabay 8CC0 Creatice Commons)

Die integrative Funktionen von Sportvereinen wird hoch gelobt. Doch wer ist eigentlich noch Mitglied in einem Sportverein? Deren zeitliche Struktur mit festen Trainingszeiten wie auch die soziale Verbindlichkeit eines Vereins sind nicht mehr angesagt. Fitnessstudios hingegen sind fast rund um die Uhr geöffnet. Noch flexibler sind Apps, die auf dem Smartphone an das persönliche Training erinnern und im Video gleich die nächste Übung vorstellen. Diese Auswirkungen der Digitalisierung auf Märkte wie die Sportbranche beleuchtet eine aktuelle Digitalisierungsstudie.

Was bleibt, sind vermutlich nur die Yogamatten. Die vielen kleinen Yogastudios jedoch werden Opfer einer weitgehend digitalisierten Sportbranche. Das große Geld fließt in Start-ups wie das Berliner Asana Rebel. Über die gleichnamige App bietet das Start-up ein Programm aus Yoga- und Fitnessübungen an. Der Download und ein Probetraining sind kostenlos, weitere Übungen muss der Nutzer zahlen. Dafür erhielten die Berliner jetzt von Investoren insgesamt 6,5 Millionen US-Dollar Finanzierung.

Diese jüngste Erfolgsmeldung aus der digitalen Sportwelt zeigt: Klassische Produkthersteller müssen radikal umdenken. Kunden werden bereits in den nächsten drei Jahren mehrheitlich nach smarten Produkten verlangen – beispielsweise Textilien, die über Sensoren die Körperhaltung kontrollieren und Gesundheitsdaten übermitteln. Das ist das Ergebnis einer Studie, für die 615 Nutzer der ISPO-Open-Innovation-Plattform befragt wurden. Am Beispiel der Sportbranche zeigt die Studie auf, wie sich Märkte und Geschäftsmodelle bis 2020 radikal verändern werden.

Ergebnisse der Studie

  • Fast zwei Drittel aller Befragten sind offen für die Überwachung ihres Körpers mit Hilfe von Sensoren.
  • Klassische Dienstleister wie Sporttrainer und Gesundheitscoaches erhalten stark wachsende Konkurrenz durch digitale Angebote.
  • Services wie beispielsweise digitale Sportcoaches (s.o.) und digitale Schlafüberwachung werden bereits von einem Viertel der Befragten aktiv genutzt.
  • Fitnesscenter müssen digital mit der Lebenswelt aktiver Sportler vernetzt sein.

Konsequenzen der Digitalisierung

Für Unternehmen im digitalen Wandel ergeben sich aus der Studie klare Konsequenzen. Sie müssen 2018 für ihre bestehenden Dienstleistungen digitale Zusatzangebote entwickeln, weil die Wechselbereitschaft klassischer Kunden in den nächsten Jahren deutlich zunimmt.

Auch müssen Unternehmen die Methodik und die Geschwindigkeit ihrer digitalen Entwicklung deutlich erhöhen. Die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen digitale Services und Angebote entwickeln, wird laut Studie zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Methodik der Digitalisierungsstudie

Die Studie wurde mit Hilfe einer innovativen Methodik der Innolytics GmbH durchgeführt, die sich auf Marktforschung in den Märkten von Morgen spezialisiert hat. Dabei werden mit Hilfe von Innovation Crowds wie der ISPO-Open-Innovation-Plattform die Bedürfnisse von sogenannten „First Movers“ erkundet und analysiert.

So unterscheiden sich die rund 38.000 registrierten und aktiven ISPO-Nutzer von klassischen Kundenpanels vor allem durch ihre Zusammensetzung. Die Nutzer der ISPO-Community sind nach Angaben der Innolytics GmbH überdurchschnittlich digital affin und bereit, sich aktiv bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zu engagieren. „Sie sind Sensoren für die Bedürfnisse, die die Mehrheit von Kunden morgen haben wird“, erklärt Innolytics Geschäftsführer Dr. Jens-Uwe Meyer. Klassische Methoden der Marktforschung hingegen beziehen sich in der Regel nur auf die Abfrage von Einstellungen der jüngsten Vergangenheit.

Die Studie zur Digitalisierung von Märkten am Beispiel der Sportbranche kann bei der Innolytics GmbH hier heruntergeladen werden.