Warum digitale Dinosaurier aussterben und die Krokodile überleben

Eine Kuh liegt auf einer Wiese
Scholie @ Pixabay (CC0 Creative Commons)

So unterschiedlich sind Deutschland und die Schweiz nicht, wo offenbar die meisten Mittelständler digitale Dinosaurier sind. So verfügt mehr als jedes Zweite Unternehmen über keine Digitalstrategie. Und auch im Bereich Social Media und Bewertungen sind Defizite vorhanden. Eine Studie der Hochschule für Wirtschaft Zürich und Localsearch zeichnet ein düsteres Bild vom Digitalisierungsgrad der Schweizer Mittelständler. Ihr größtes Problem: Fehlendes digitales Denken und Know-how. 

Der Vergleich von digital zaghaften Unternehmen mit einem Dinosaurier ist, auch wenn er schmerzt, äußerst treffend. Schließlich sind die meisten Dinosaurier ausgestorben, weil sie sich nicht der veränderten Lebenswelt angepasst haben. Experten gehen davon aus, dass vor etwa 66 Millionen Jahren insgesamt etwa 95% aller Arten von Lebewesen nicht überlebt haben. Aber es gibt auch die anderen 5 Prozent.

Überlebt haben letztlich nur die Arten, die beim Essen „opportunistisch“ waren – die also ein sehr breites und flexibles Nahrungsspektrum hatten. Die meisten Krokodile zum Beispiel fressen Fleisch und/oder Fisch, als Jungtiere außerdem kleine Tiere wie Würmer, Schnecken oder Insekten. Für sie gab es also immer eine Nahrungsquelle. (wissenschaft-im-dialog.de)

Auf Mittelständler übertragen sollten diese ihr Geschäft in der Digitalisierung diversifizieren, also möglichst breit aufstellen. Die Diversifikation sorgt im übertragenen Sinn für viele unterschiedliche Nahrungsquellen, was das unternehmerische Überleben sicherstellt. Die Studie hat jedoch viele Hürden bei den KmU zutage gefördert. So sind die größten Herausforderungen bei Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden neben fehlendem Fachwissen auch eine nicht vorhandene Veränderungskultur und unklare Verantwortlichkeiten.

Digitale Dinosaurier

Aber auch im Unternehmensalltag werden die digitalen Möglichkeiten genutzt. So hat die Schweizer Studie gezeigt, dass es dort bei 3 von 4 Unternehmen mit Terminplanung  wie bei Frisör oder Physiotherapie nicht möglich ist, online einen Termin zu buchen. 60 Prozent nutzen offenbar ein großes Buch und keine Software, um die Termine zu verwalten.

Gerade die kleinen Unternehmen in der Schweiz tun sich demnach schwer mit Online-Marketing. So kontaktiert nur etwa ein Drittel der Befragten die Kundinnen und Kunden online mit personalisierten Angeboten. 74 Prozent der Umfrageteilnehmer verfügen über keine Struktur, wie sie von Online-Bewertungen ihrer Leistungen erfahren und nur ein Drittel reagiert aktiv auf entsprechende Bewertungen und Erfahrungsberichte im Internet.

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