Wenn aus einem Videokanal plötzlich ein Fernsehsender wird

Audio: Kopfhörer, Mikrofon und Mischpult vor schwarzem Hintergrund
466654 @ Pixabay (CC0 Creative Commons)

Wer bei YouTube regelmäßig live auf Sendung geht und dann noch ein paar hundert Zuschauer hat, wird plötzlich zum Fernsehsender. Das klingt zunächst wie ein Ritterschlag. Die notwendige Rundfunklizenz jedoch setzt dem Programm gewisse Grenzen. Fehlt hingegen beim Video das Bild, dann wird daraus ein Podcast, für den in Deutschland wiederum andere Regeln gelten.

Wer immer mal irgendetwas aufzeichnet und bei YouTube hochlädt, ist damit noch kein Fernsehsender. Wer die Beiträge jedoch regelmäßig veröffentlicht und entsprechend angekündigt, dann wird s langsam kritisch. Kommt dann noch ein ordentliches Publikum dazu, das während des Videos live zuschauen kann, dann wird schnell eine Rundfunklizenz fällig.

So geschehen mit den populären YouTubern PietSmiet („Will mehr als nur spielen“) und Gronkh, die sich als Let’s Player beim Spielen über die Schulter schauen lassen. Peter Smits schafft es damit bei YouTube auf 2,2 Millionen Abonnenten, Erik Range allein bei YouTube sogar auf 4,7 Millionen. Hinzu kommen weitere Zuschauer bei Twitch.tv („social video for gamers“), wo nach eigenen Angaben täglich rund 15 Millionen Nutzer anderen beim Spielen zuschauen.

Aus Video wird plötzlich ein Fernsehsender

Regelmäßig? Live? Mehr als 500 gleichzeitige Zuschauer? Damit wird aus dem YouTube-Spaß plötzlich ein Fernsehsender, der eine entsprechende Lizenz benötigt. Die Medienanstalt von Nordrhein-Westfalen entschied auf der 233. Sitzung der KEK laut Protokoll vom 9. Januar 2018:

Die von Erik Range veranstalteten bundesweiten Fernsehsparten-programme GronkhTV und Gronkh sollen eine Zulassung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) erhalten. Auf dem Kanal GronkhTV sollen ganztägig vorproduzierte Videos zum Thema Computerspiele und eSports, insbesondere in Form sogenannter „Let´s Plays“, ausgestrahlt werden. Daneben werden über den Kanal Gronkh unregelmäßig an mehreren Wochentagen Livestreams zu den gleichen Themenbereichen angeboten. Die Programme sollen über die Website gronkh.tv und über die Plattform von Twitch.tv ausgestrahlt werden. Erik Range zählt mit seinem YouTube-Kanal Gronkh zu den erfolgreichsten YouTubern in Deutschland.

Erik Range hat seinen Kanal bei Twich.tv für Zuschauer ab 18 Jahre eingeschränkt. Als lizenzierter Produzent bundesweiter Fernsehprogramme darf er nicht jugendfreie Inhalte erst nach 22 Uhr senden.

Audio ist nicht gleich Video

Für Audio-Podcasts hingegen gelten nicht ganz so strenge Regeln. Werden sie nicht live verbreitet, dann handelt es sich um ein Telemedien-Angebot. Das ist nach Angabe des Medienexperten Christian Solmecke zulassungs- und anmeldefrei. Wer jedoch mit seinem Internetradio live sendet, muss dieses zumindest anmelden. Für das Programm gelten dann die Anforderungen aus dem Rundfunkrecht.

Klassische Radios stehen nicht nur durch Podcasts unter Druck. Auch intelligente Lautsprecher wie Amazons Echo und Google Home können Radiosendern gefährlich werden. Die Digitalisierung löst überall traditionelle Wertschöpfungsketten auf. Ich helfen Ihnen bei digitalen Prozessen und erarbeite mit Ihnen erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle.