Jeden Tag sechs Stunden für digitale Medien

Rechenmaschine von Cellatron Foto: Henrik BortelsWer wissen will, wohin sich die digitale Karawane bewegt und welche Trends sich daraus ableiten lassen, der studiert den jährlichen Internet Trends Report, den Mary Meeker als Analystin von Kleiner Perkins zusammenstellt. Die wichtigsten Highlights aus fast 300 Folien hier im Überblick.

  • 2017 war das erste Jahr, indem die Zahl der ausgelieferten Smartphones weltweit stagnierte. Die Zahl der Internetnutzer stieg 2017 nur noch um 7 Prozent, gegenüber 12 Prozent im Vorjahr. Der Markt scheint langsam gesättigt zu sein.
  • Trotzdem verbringen die Menschen immer mehr Zeit mit digitalen Produkten. In den USA waren es 2017 durchschnittlich 5,9 Stunden, eine gute Viertelstunde mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Zeit (3,3 Std) wird mit mobilen Geräten verbracht, die auch für die Zunahme des Konsums digitaler Medien verantwortlich sind.
  • Obwohl die Premiumklasse der Smartphones von Apple und Samsung locker 1.000 Euro kosten, ist der Durchschnittspreis für Smartphones weltweit rückläufig. Die günstigeren Geräte sorgen für eine stärkere Verbreitung in ärmeren Ländern.

Bezahlen mit dem Smartphone

  • Mobile Payment ist in Deutschland gar kein Thema, setzt sich weltweit aber weiter durch. Angetrieben wird dieser Trend von China, wo 2017 bereits mehr als 500 Millionen Menschen aktiv mobil bezahlen.
  • Smart Speaker und sprachgesteuerte, internetbasierte, intelligente persönliche Assistenten wie Alexa im Amazon Echo befinden sich auf dem Vormarsch. Allein in den USA ist die Zahl der installierten Echos 2017 vom 3. zum 4. Quartal um 50 Prozent auf insgesamt 30 Millionen gestiegen.
  • Der E-Commerce stieg 2017 auf 16 Prozentdes Handelsvolumens (2016: 14%) und der Anteil von Amazon daran stieg auf 28 Prozent. Die Entwicklung des klassischen Einzelhandels ist weiter rückläufig.
  • Auch die Social Networks entwickeln sich zu interessanten Partnern des Handels. So haben in den USA bereits 55 Prozent ein Produkt gekauft, nachdem sie es auf einem Social Network entdeckt haben. Sprungbretter sind nach Facebook (78%) vor allem Instagram und Pinterest (je 59%). 11 Prozent der Nutzer haben das gesehene Produkt sogar sofort online gekauft, weitere 44 Prozent später.
  • In Bezug auf die Verteilung der Werbegelder sieht Mary Meeker immer noch ein Ungleichgewicht. Während die Leser nur 4 Prozent ihrer Medienzeit mit Printprodukten verbringen, wird dort immer noch 9 Prozent des Werbegeldes ausgegeben. Beim Fernsehen sind Zeit und Geld gleichmäßig verteilt, nicht jedoch bei Mobile. Auf 29 Prozent der Mediennutzung entfallen lediglich 26 Prozent der Werbegelder, was einem Potential von rund 7 Milliarden US-Dollar entsprechen soll.

Das Transkript von Mary Meekers Vortrag: HIER

Wer noch tiefer einsteigen möchte, kann hier die gesamte Präsentation mit vielen weiteren sehr spannenden Daten betrachten.