Verlegerverband BDZV mit Klage gegen Radio Bremen erfolgreich

Bücher, Fernseher und lautsprecher zu einer Wand aufgestapelt
MikesPhotos @ Pixabay (CC0 Creative Commons)

In der digitalen Welt stehen alle Inhalte im Wettbewerb mit allen Inhalten. Produzenten und Sender sind nur noch Etiketten für Verlässlichkeit. Was aber ist dann noch Radio? Spotify? Was ist Fernsehen? YouTube? Und was ist Presse beziehungsweise presseähnlich? Eine Zeitung? Ein Internetauftritt? Mit Texten, Videos und Fotogalerien? Wenn künftig das digitale Angebot der Öffentlich-Rechtlichen abgespeckt wird, dann dürfen sich die Gebührenzahler jedenfalls nicht bei den Sendern beschweren.

Presseähnlich

Geklagt haben die vier Zeitungen Weser-Kurier, Nordsee-Zeitung, Osterholzer und Delmenhorster Kreisblatt – gegen das digitale Angebot von Radio Bremen. Die vier Klägerinnen monieren das Angebot von „presseähnlichen, nicht sendungsbezogenen“ Teilen, entdeckt am 16. Januar 2017 bei radiobremen.de.

Das Landgericht Bremen scheint der Einschätzung zu folgen, dass „ein Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag gegeben sei“. Deshalb hat Radio Bremen offenbar die Notbremse gezogen und eine Unterlassungserklärung abgegeben. Der Sender zahlt außerdem die Kosten des Verfahrens.

Verlegerklage gegen Portal radiobremen.de: Niederlage für Radio Bremen (BDZV, 29.11.2017)

Digitale Offensive: 70 Prozent der Verlage arbeiten an neuen journalistischen Angeboten

Digitale Offensive: 70 Prozent der Verlage arbeiten an neuen journalistischen Angeboten

Die digitale Transformation heißt nicht, dass Print keine Zukunft hat. Mit Print ist aber – von wenigen Ausnahmen abgesehen – kein Wachstum mehr zu bestreiten, mit der digitalen Zeitung sehr wohl.

Die digitale Transformation heißt nicht, dass Print keine Zukunft hat. Mit Print ist aber – von wenigen Ausnahmen abgesehen – kein Wachstum mehr zu bestreiten, mit der digitalen Zeitung sehr wohl.

Springer-Chef Mathias Döpfner in seiner Rolle als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Der Verband hat eine Studie in Auftrag gegeben, um die Stimmung unter den Verlegern zu erfragen. Diese habe sich verbessert, so Döpfner:

Vor zehn Jahren war hier von einigen die Haltung: Das Internet ist eine vorübergehende Erscheinung, die wir bekämpfen müssen. Vor fünf Jahren war dann die Sorge, dass wir ganz überrollt werden und es für Verleger und Journalisten keine Zukunft mehr gibt. Heute fühlen sich die Verlage ermutigt, dass sie mit Bezahlangeboten und Abo-Modellen ernst zu nehmende Erlöse generieren können. Immer mehr Verlage verzahnen Print- und Onlineredaktion und arbeiten multimedial. Und immer mehr Journalisten sehen das als interessante Erfahrung.

Diese Themen stehen seit Ende der 1990er Jahre auf der Agenda. Kann es sein, dass sich Verlage sehr zu viel Zeit nehmen?