Project R startet mit relativ schmaler Kasse

Der Publizist und Autor René Zeyer hat sich mal über die Zahlen des Schweizer Medienprojekts „Project R“ gebeugt – im Mai 1017 soll’s losgehen – und mit spitzem Bleistift gerechnet. Das Ergebnis fasst er in seinem Schlusssatz treffend zusammen:

Meine Mitarbeit habt Ihr auf sicher, wenn gewünscht. Ansonsten alles Glück der Welt, Ihr werdet’s brauchen.

Anscheinend haben Investoren und Mäzene bereits 3,5 Millionen Schweizer Franken zugesagt. Das wäre dann bereits die Hälfte des Geldes, das Project R für fünf Jahre benötigt. Dann soll sich die mediale Revolution finanziell selbst tragen.

Vorher allerdings soll mit einem Crowdfunding der Markt getestet werden. Mindestens 3.000 Leserinnen und Leser sollen innerhalb von fünf Wochen zusammen 750.000 Franken vorstrecken. Das wäre ein ordentlicher Vertrauensvorschuss. Denn, so rechnet René Zeyer vor:

Selbst wenn 3000 potenzielle Leser bereit sein sollten, im Schnitt pro Nase 250 Franken in ein bislang aus einer eher inhaltsleeren Webseite, einer netten Party, zwei Newslettern und einer durchaus kompetenten Crew bestehendes Projekt zu stecken: dann wären laut eigenen Angaben erst der «Aufbau einer Redaktion und die ersten zwei Jahre finanziert». Aber immerhin: «Schaffen wir die Dreiviertelmillion gemeinsam nicht, wird das Projekt liquidiert.»

In der Schweiz wird vermutlich ausreichend freies Geld vorhanden sein. Doch René Zeyer rechnet weiter und kommt auf ein monatliches Budget vor gut 30.000 Franken. Er selbst habe mal bei „einem ähnlichen Traumprojekt“ wenigstens 500.000 Franken monatliches Budget eingeplant. Und es wird einen Grund geben, dass er nicht näher auf dessen Realisierung eingeht. Um so mehr muss man Project R wirklich viel Glück wünschen.

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?